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Aktuelles von Chris.Si.
04.08.2017

Back to the roots (endlich wieder Farbe)

Hallo ihr lieben,
viele haben sicher gemerkt, dass ich momentan wieder viele farbige Arbeiten hochlade. Liegt einfach daran, dass ich momentan wieder Spaß daran habe, am PC zur colorieren. Ne Zeit war mir einfach nicht danach, weil mir die Geduld dafür fehlte, und ich zeichnete stattdessen lieber Comiczeichnungen mit meinem Brushpen von Pentel. Das Ding ist natürlich mega, weil man damit schnelle und schwungvolle Comic-Zeichnungen erstellen kann, so wie hier, eines meiner Winterchallenge-Doodles:

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Aber nach Monaten wurde es mir doch etwas zu öde. Ich wollte eigendlich auch etwas neues ausprobieren, um ein wenig von meinem Comicstil loszukommen, da von meinen Kunden nicht Jeder Comics mag, und ich hätte so gerne wieder einen Kinderbuchauftrag gehabt. Aber im Moment sind ja Computergrafiken total in Mode, die collage-ähnlich, und recht naiv und einfach gehalten sind.
Auf naiv stehe ich schon, nur nicht auf einfache Sachen. Ich mag klare Linien, Schattierungen und Lichtreflexe lieber, als solche abstrakten "Blödsinn", wenn ich mal das so sagen darf. Für mich ist dies genauso Geschmacksache, wie Comic.

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Und Comic liegt mir einfach mehr, als sowas.
Deshalb hab dann angefangen, eigene Brushes zu entwickeln, und diese dann in meinem Stil anzuwenden.

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Mein Zeichenstil erinnert einem immer an Disney oder Dreamworks. Aber irgendwie profitiere ich davon noch recht gern, weil ich mir u.a. durch die Disneyfilme beibrachte, wie man starke Gesichtsausdrücke zeichnet. Mir fällt es noch immer schwer, davon loszukommen, also lasse ich es erst einmal noch so, wie es ist. Vielleicht kommt mal irgendwann etwas anderes von ganz allein :D.
Wichtig war es mir erstmal, mal wieder Spaß an "Farbe" zu haben. Deshalb bastelte ich mir eigene Brushes in Sketchbook Pro zurecht, mit den sogenannten "Do it yourself"-Brushes. Hier sollte es aussehen, als sei es mit Wachsmalkreiden gezeichnet.

Für beispielsweise Kinderbücher finde ich es schon sehr interessant. Mal sehen, was ich als nächstes damit zeichne.

Nur für Comiczeichnungen und Concept Arts fand ich es doch recht ungeeignet, also bastelte ich mir einige weitere Brushes, wie z.B. Buntstift, Copicmarker, Filzstift,und am Ende eine Mischung davon und ein paar Muster Brushes.
Daraus zeichnete ich dann dieses Fanart.

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Auch wenn mein Nacken sehr schmerzte (und dies passiert mir ständig, wenn ich vorm PC länger sitze, als 2 Stunden), wollte ich einfach nicht mehr aufhören. Und ich hatte noch einige ältere Zeichnungen rumliegen, die schon mehere Jahre warteten, endlich fertig zu werden. Und da ich gerade so schön drin war, tat ich es auch.

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Diesen Bild war damals eigentlich als Vorlage für ein Ölgemälde gedacht, habe die Skizze über viele Jahre in einer Mappe verstaut, und nicht mehr daran gedacht. Dann fand ich sie letztes Jahr wieder und wollte erst eine 3D Zeichnung machen, hab aber gemerkt, das es für mich doch etwas zu schwer war (zumal es schwierig ist, Federn so zu zeichnen, dass sie echt aussehen). Also ließ ich dies auch sein, und hab ne lange Zeit nicht mehr am PC coloriert. Mich hat es genervt, dass vieles immer so schwammig, kalt und leblos aussah. Natürlich ist es nicht immer gut, so selbstkritisch zu sein, aber ich war es in dem Moment ununterbrochen *nerv* XD.
Jetzt gefällt mir die Zeichnung richtig gut :)

Dann hatte ich noch dieses Bild.
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Bitte fragt mich nicht, was mich dazu geritten hat, es nicht weiter zu machen. Ich weiß es selber nicht. Vielleicht weil ich zu viel Schiss vor diesen ganzen Details hatte. Mir dauerte es einfach zu lange. Aber es am Ende doch noch fertig zu bekommen, hat doch nicht so weh getan, als gedacht XD. 

Fazit des ganzen: Es war für mich eine Erleichterung, einfach mal was anderes auszuprobieren, am Ende doch bei meinem Comic Stil zu bleiben, und vieles nachzuholen, was ich sehr lange hinauszog. Ich bin froh über diese Erkenntnis, auch darüber, dass ich nicht immer so selbstkritisch sein darf, und mir nicht immer alles ausreden lassen darf. Wenn jemanden meinen Comicstil nicht gefällt, oder meint, dass es zu ihrem Projekt nicht passt, ist es so. Ich bin gerne für andere vielseitig, bleibe mir aber am Ende doch wieder selbst treu^^. 

Natürlich ist meine "Ich muss noch vieles nachholen"- Phase noch nicht zuende. Ich habe noch einiges abzuarbeiten. Als nächstes sind einige Storyboards dran. Ich freue mich jetzt schon darauf, aber zuerst genieße ich auch endlich das schöne Wetter am Wochenende.

Danke fürs lesen und bis bald.

Eure Chrissi Rock`n Comix

 

 

Kommentare

serenity-wing schrieb am 04.10.2017 um 17:24 Uhr

Liebe Chris.Si,

dein Beitrag „Back to the roots“ rührt mich sehr. Schließlich erkenne ich mich ein Stück weit in diesem Artikel wieder. Und das, obwohl ich eine hobbymäßige Schriftstellerin bin.
Doch dieses Gefühl mit der Rückkehr zu den Wurzeln betrifft so gut wie alle kreativen Menschen. Schließlich gehört das zum kreativen Dasein dazu.
Ich hatte von 2010 bis 2013 jede Menge Schicksalsschläge sehr persönlicher Natur. Wegen den Schicksalsschlägen hatte ich eine heftige Schreibblockade. Ich konnte kein einziges Wort schreiben. Ja, so schlimm war die Blockade.
So kam es, dass ich nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten suchte. Also versuchte ich es mit dem Zeichnen. Obwohl ich genau wusste, dass Kunst - wenn man von Strichmännchen absieht -  nicht meine größte Stärke ist.
Ich zeichnete und zeichnete wie besessen. Obwohl ich viel zeichnete, war nur wenig Entwicklung in den Bildern zu sehen.
Außenstehende machten mich ab Ende 2013 vermehrt auf andere Beschäftigungen aufmerksam. Denn sie merkten insgeheim, dass mich das Zeichnen eher blockiert statt mich zu bereichern.
Doch aufgrund der Wunden der Schickssalschläge hing ich fest am Zeichnen. Denn ich wollte es allen recht machen. Schließlich wird Malerei mehr geschätzt als Literatur. So dachte ich es jedenfalls.
Deswegen wollte ich allen Trends in der Zeichnung nacheifern. Ich versuchte, Zeichenstile aus vergangenen Epochen nachzumachen. Darin bin ich kläglich gescheitert. Ich merkte, das in mir etwas fehlte. Eine Kunstform, die mich erfüllen sollte: Dies war die Ursache meiner seelischen Lücke.
Nachdem Außenstehende vergeblich und jahrelang gute Ratschläge gaben, machte es Klick in meinem Kopf: Ab Spätsommer 2016 schrieb ich vermehrt Literatur anstatt zu zeichnen.
Ich zeigte die Ergebnisse meinen Kollegen und sie meldeten sich zurück. Sie merkten in den Texten, dass die Literatur mein Gebiet ist.
Sogar auf Cayow folgte ich dieser Tendenz: Seit Ende 2016 gibt es überwiegend Literatur als kreative Werke von mir. Sehr langsam merkte ich, dass ich mich öffnete und zu meinen Wurzeln zurückkehrte.
Seit März 2017 zeichne ich außer Strichmännchen fast nichts mehr. Letzten Endes habe ich den Wert meiner Stärken wiedererkannt. Meine Stärken sind eben Literatur und Strichmännchen. Das war mir schon als Kind bewusst.
Nun ist es mir egal, welche Kunstform im Mainstream gerade angesagt ist. Denn letztendlich muss man trotz der Trends sich selbst treu bleiben. Dies hat mir dein Blogartikel wieder einmal bewiesen. Vielen Dank, dass du Klartext gesprochen hast!

Serenity-Wing

PS: Entschuldige, dass mein Kommentar so lang ist. Aber ich wollte dir ausführlich sagen, wie sehr Artikel mir gefallen hat.
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