Das Künstlerportal

Folge dem Drachen, verwirkliche dich selbst!

Der Bleistift

Der Bleistift ist wohl das am weitesten unter den Künstlern verbreitete Hilfsmittel.


Dieser Allrounder ist allerdings keine Erfindung der modernen Zeit, sondern reicht zurück bis etwa 3000 v. Chr., wo die Ägypter bereits Schilf-, Bambus- oder Papyrusrohr mit flüssigem Blei ausgossen, um ein Schreibwerkzeug zu erhalten. Ab dem 13. Jahrhundert dann schrieb man mit Silberspitzen besetzten Griffeln, die aus einer Bleilegierung bestanden. Diese Bleistifte waren allerdings aus mehreren Gründen unpraktisch: zum einen waren diese Stifte so hart, dass man das Papier vor dem Schreiben oder Zeichnen bearbeiten musste, damit es den starken Beanspruchungen standhalten konnte, zum anderen war der längere Kontakt mit der Bleilegierung für Schreiber und Künstler gesundheitsschädlich.

1564 wurde in Borrowdale, nahe bei Keswick, wo ab 1558 Bleistifte produziert wurden, ein Graphitvorkommen entdeckt. Um 1660 wurden dann in Holz eingefasste Graphitstäbe, die aus der Mine in Borrowdale stammten, in viele Länder verkauft.



Wusstet ihr übrigens, dass man quasi aus herkömmlichen Bleistiftminen Schmelztiegel für Kanonenkugeln herstellen kann? Deswegen wurde zwischenzeitlich sogar der Graphitexport aus Großbritannien verboten, da die Regierung den Rohstoff für eigene militärische Zwecke verwendete. Dadurch stiegen die Beschaffungskosten enorm an und man musste andere Wege finden, um an das praktische Mineral zu kommen.



Erst 1789 fiel auf, dass es sich bei der schwarzen Mine nicht um Bleierz (daher der Name Bleistift), sondern um Graphit handelt. Dies stellte der deutsch-schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele nach, er gab auch dem auf Kohlenstoff basierenden Mineral seinen Namen, welcher sich von dem griechischen Wort graphein (deutsch: schreiben) ableitet.



Joseph Hardtmuth vermischte 1790 erstmals Ton und Wasser mit pulverisiertem Graphit und brannte dieses Gemisch in einem Ofen. Durch die Tonmenge konnte so der Härtegrad festgelegt werden. Heutzutage liegt der Graphitanteil je nach Härte zwischen 20 und 90 %. Je höher der Mineralienanteil, desto weicher wird die Mine.



Heute gibt es zwanzig unterschiedliche Härtegrade für Bleistiftminen. Die Skala reicht von 9B bis 9H, wobei B sehr weiche und H sehr harte Stärken kennzeichnen. Die Bezeichnung „B" steht für „black", also schwarz, „H" für „hard", also hart. Eine Ausnahme bildet die Stärke „F", was für „firm" (deutsch: fest) steht: sie stellt die Mitte zwischen B- und H-Bleistiften dar. Die Stärken 9B bis 4B sind sehr weich und von der Färbung tiefschwarz. Sie werden in erster Linie für künstlerische Zwecke wie Skizzen, Studien oder Entwürfe genutzt. Für das Freihandzeichnen und eingeschränktes Schreiben werden am ehesten die Stärken 3B bis B verwendet. Zum Schreiben und für lineare Zeichnungen eignen sich am besten HB und F Bleistifte. H und 2H werden für technische und mathematische Zeichnungen angewendet. An Stiften in den Stärken 3H bis 5H bedient man sich vorrangig für technische Detailpläne und graphische Darstellungen. Die höchsten Stärken 6H bis 9H werden beinahe ausschließlich für Spezialzwecke wie Lithografie, Kartografie und Xylographie benutzt.



Beim Zeichnen besticht der Bleistift vor allem durch die Möglichkeit, unterschiedlich feine bzw. grobe Linien zu erzeugen, was mit ähnlichen Materialien wie Pastellkreide und Zeichenkohle nicht machbar ist. Vor allem in klassischen Portraitzeichnungen und Landschaftszeichnungen der Romantik wurde der Bleistift wegen seiner feinen Strichführung geschätzt.


Und für den Fall, dass ihr mal tauchen und euch währenddessen mitteilen möchtet: professionelle Taucher schreiben mit Bleistiften unter Wasser auf angeraute Kunststofftafeln.



Die B-Härtegrade eignen sich besonders für das Einfärben und Skizzieren von größeren Flächen. Sie bestehen aus dickeren Graphitminen mit einer Folie oder Lackschicht als Ummantelung.



Eine Weiterentwicklung des Bleistifts ist der Buntstift, bei dem der Graphitmine noch Farbpigmente, Fette, Wachse und Ähnliches sowie Talkum oder Kaolin beigemischt werden.



Die Holzsorten, die zur Produktion eines Bleistifts benutzt werden, werden meist auf den eigens dafür eingerichteten Plantagen angepflanzt – es werden also keine Urwälder für unsere Wundererfindung gerodet. Da die Lackierung auf den Stiften häufig umweltschädlich ist, verzichten mittlerweile viele Hersteller auf Lackierungen oder setzen Wasserlackfarben ein, welche weitestgehend umweltschonend sind.



Allein in Deutschland gibt es vier Firmen, die sich der Bleistiftproduktion verschrieben haben, alle mit Hauptsitz in Nürnberg. Zusammen werden in diesen Betrieben jährlich über drei Milliarden Exemplare angefertigt, wobei das benötigte Holz aus Südamerika und der Graphit aus Asien importiert werden.



Am 15.September 2011 wurde ein Rekord mit der Produktion des längsten Bleistiftes der Welt aufgestellt: er hatte außer seiner beachtlichen Länge von 225,2 Metern die Dimensionen eines handelsüblichen Bleistiftes.


Referenzen und Quellenangaben:


http://www.tabelle.info/bleistifthaerte.html


http://de.wikipedia.org/wiki/Bleistift

Dieser Artikel stammt von Sophia


Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Kommentare

0
Chat

Du musst dich einloggen, um den Chat zu benutzten.