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Ein Tag in Füchsleins Garten – Projektvorstellung

In dem Kinderbuch „Ein Tag in Füchsleins Garten", erzählt das Autorenduo Nicole Pustelny und Leon Alexander Schmidt von einem kleinen Füchslein, welches die Leser auf eine Entdeckungsreise durch seinen Garten mitnimmt. Kindgerechte Illustrationen werden von frischen, eingängigen Reimen begleitet und eröffnen kleinen und jung gebliebenen Lesern eine bunte Welt, in der es viel zum Sehen und Staunen gibt.




 ERSTE SCHRITTE


Der Entstehungsprozess des Buches ist von Spontanität und Liebe zum Detail geprägt. Pustelny, die für die Zeichnungen verantwortlich ist, hat die Figur des Füchsleins zunächst für ihr Künstlerportfolio entworfen. Danach hat sich alles rasch verselbständigt: „Die Figur hat keine größeren Entwurfsprozesse durchlaufen. Sie war einfach da. Deshalb gibt es auch keine Skizzen zu dem Werk. Jedes Motiv ist intuitiv und direkt entstanden." So war es für sie als Künstlerin auch spannend, zu beobachten, wie die eigene, innere Welt zum Leben erwacht. Ein paar Grundideen zum Charakter der Figur gab es allerdings schon: „Die handelnde Figur sollte etwas „lausbubig" wirken und trotz allem auch geschlechtsneutral sein. Ich wollte ganz bewusst kein Kind in den Fokus stellen. Ein Tier bietet den angestrebten Spielraum. Der Fuchs selbst ist ein sehr neugieriger Geselle. Häuslich, schlau, verspielt. Das sind die Eigenschaften, die ich sofort mit dem Fuchs verbinde."


Die Reime zu der verwunschenen Gartenwelt des kleinen Füchsleins stammen aus der Feder von Leon Alexander Schmidt. Auch für ihn war die Beteiligung am Buchprojekt schnell klar, zumal die beiden Künstler schon vorher als eingespieltes Team gearbeitet haben: „Nicole und ich haben gemeinsam bereits mehrere kleine Projekte realisiert. Irgendwann hat sie von ihrer Idee des Fuchsbüchleins erzählt und erwähnt, dass sie noch jemanden für die textliche Ausgestaltung sucht. Ich entschied mich also sehr spontan dafür, und ich freue mich, dass ich daran mitarbeiten durfte."


Gerade im Bereich des kreativen Arbeitens hängt viel davon ab, sich im passenden Moment auf Ideen einzulassen, und zu sehen wohin diese führen. Den einen Königsweg gibt es also nicht. Jedoch ist ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen von Vorteil, damit ein Buchprojekt zum Abschluss kommen kann. Dessen war sich Nicole Pustelny von Anfang an bewusst und ist diesem Schritt pragmatisch entgegen getreten: „Ich wollte mich bei Verlagen als freischaffende Illustratorin für Kinderbücher bewerben. Aber als Berufseinsteiger ist es schwierig, glaubhaft darzustellen, dass man ein Buchprojekt komplett zuende führt. Also stellte ich mir selbst die Aufgabe, eine Figur in verschiedenen Szenen zu zeichnen, die unter einem Gesamtthema stehen."



HERAUSFORDERUNGEN


Natürlich gab es auch während der der Entstehung des Buches die ein oder andere Herausforderung zu bewältigen: „Die Haupthürde war das Überlisten des inneren Schweinehundes. Sich ganz frei und ohne Vorgabe verschiedene Situationen auszudenken, war manchmal ein wenig knifflig."
Doch nicht nur die eigene Schaffenswelt hat Pustelny manche Anstrengung beschert, bei einem Motiv bekam sie ganz unverhofft „Hilfe" und Inspiration von außen: „Das Bild im Sandkasten war ursprünglich nicht mit Zelt gedacht.", erzählt sie, „Ich hatte meine Materialien auf dem Tisch liegen lassen und war nur ganz kurz weg. Als ich wiederkam, saß mein vierjähriger Sohn freudestrahlend mit den Stiften in der Hand am Tisch und gab dem Bild seine besondere Note. Da ich aber schon viel Zeit in dieses Motiv investiert hatte, beschloss ich, das Beste daraus zu machen. So kam der Fuchs zu seinem Spielzelt."




Da die Bilder stets zuerst vorlagen, eröffnete sich für Schmidt ein umgekehrter Prozess: „Ich habe die Reime zu bestehenden Illustrationen geschrieben. Dadurch entstand die Herausforderung, das Geschehen auf dem Bild im Reim wiederzugeben. Bei einigen Motiven habe ich verschiedene Reime geschrieben und dann gemeinsam mit Nicole die ausgewählt, die uns am besten gefallen haben."



INSPIRATION


Pustelny hat beim Anfertigen der Illustrationen ausschließlich mit Buntstiften gearbeitet. Diese traditionellen Umsetzungen bilden einen sympathischen Kontrast zur der in den letzten Jahren stärker gewordenen, computergenerierten Bilderflut. Pustelny selbst ist in den 80ern in einer ländlich geprägten Kleinstadt aufgewachsen und bringt viele ihrer Eindrücke mit in ihre Geschichten und Bilder: „Die schönsten Erinnerungen meiner Kindheit stammen aus dem Garten meiner Großeltern. Als Kind empfindet man Gärten als magisch. Sie sind behütete Orte, in denen man unbeschwert entdecken und forschen kann."

Auch in Leon Alexander Schmidt lebte schon früh ein wacher Entdeckergeist: „Ich kann mich noch daran erinnern, wie aufregend und spannend es als Kind war, etwas Neues zu entdecken oder auszuprobieren.", sagt er, „Auch das Füchslein entdeckt im Buch neue Dinge. Ich habe versucht, das Staunen und die Freude an Neuem auch in die Reime einfließen zu lassen."
Schmidt, der während seines Studiums neben journalistischen Texten auch einige Kurzgeschichten verfasst hat, schöpft aus einer reichen Quelle literarischer Inspiration. Neben der klassischen und detailreich ausgearbeiteten Fantasywelt J.R.R. Tolkiens lässt er sich auch von den teilweise historisch beeinflussten Thriller-Dramaturgien Ken Folletts oder Dan Browns begeistern. Die beiden vielseitigen Dichter und Künstler Wilhelm Busch und Heinz Erhardt schätzt er für ihre Fähigkeit, alltägliche Gegebenheiten auf humorvolle Weise darzustellen.
Pustelnys Vorbilder wechseln stetig: „Bei mir schwankt es von Projekt zu Projekt. Sven Nordqvist repräsentiert momentan das Niveau, welches ich für die nächsten Jahre in der Bildsprache meiner Kinderbücher anstrebe. Inspirationen finde ich auch in Filmen, Comics, Videospielen... Da möchte ich mich gar nicht so gern festlegen, weil die Palette meiner Vorlieben auch so breit ist. Von Horror bis flauschiger Kinderwelt hat alles seinen Platz."


Wenn es um die eigenen Lieblings-Fuchsfiguren in der Literatur, der Lyrik sowie Film und Fernsehen geht, erinnert sich das Autorenduo gern an Herrn Fuchs, der sich im Kinderprogramm des Deutschen Fernsehfunks oft lautstark, aber auf ebenso sympathisch-kultivierte Weise mit Frau Elster gestritten hat. Die Fuchs-Charaktere aus dem Hause Disney haben es Pustelny ebenfalls angetan, sowohl die charmante Umsetzung des Helden Robin Hood, als auch die Figur des kleinen Cap, dessen Freundschaft gegenüber dem Hund Capper zu einer der Bekanntesten der Kinderunterhaltung zählt.
Nicole Pustelny ist mittlerweile selbst zweifache Mutter, was ihre Wahrnehmung der Kriterien guter Kinderbücher noch einmal in ein anderes Licht rückt. „Mein Sohn ist nun in einem Alter, wo ich bewusst miterleben kann, was die Kinder aus Büchern und Geschichten mitnehmen.", berichtet sie, „Besonders wichtig ist dabei, dass die Geschichte nachvollziehbar erzählt wird. Situationen aus dem Alltag bieten hier gute Möglichkeiten, da das Kind auch eigene Erfahrungen in den Bildern und Texten wiedererkennt."
Auch Schmidt betont den Mehrwert von gedruckten Büchern gegenüber den digitalen Bildmedien und dass die sinnliche Erfahrung des Lesens einen ganz eigenen Reiz besitzt, der wohl so schnell nicht ersetzt werden kann: „Ein Buch in der Hand halten, das Umblättern, das Entdecken neuer versteckter Geheimnisse, der Duft von Papier und Druckerfarbe – ein Buch liefert so viele verschiedene Sinneseindrücke, die das Lesen zu einem unvergleichlichen Erlebnis machen. Ein Buch, speziell ein Kinderbuch, ermöglicht zudem ein gemeinsames Schmökern von Elternteil und Kind, wo im Dialog vieles angeschaut und entdeckt werden kann."
Was immer wieder zwischen den Seiten zu spüren ist, ist der kindliche Geist, sich in einer Aktivität, in einem Spiel und einem Gefühl zu verlieren. Zu bleiben, zu entdecken. Den Moment zu genießen. Genau dies haben die beiden Autoren in ihrem Buch besonders schön umgesetzt, und man merkt, dass ihnen das Verbindende am Lesen am Herzen liegt. „Durch Bücher kann man wunderbar Gespräche anfangen. Man kann anderen Leuten seine Sammlung zeigen und anhand von Bildern und Texten Ideen erklären.", sagt Nicole Pustelny, die selbst auch begeisterte Romanleserin ist, „Es gibt keinen schöneren Sieg, als nach der letzten Seite das Buch zu schließen. Man hat die unzähligen Seiten besiegt! Ja, Bücher sind für mich auch Trophäen."



 


EIGENE KREATIVITÄT


Beide Autoren waren schon früh kreativ unterwegs und haben sich über die Jahre stets immer wieder neu erfunden. Für Schmidt war es das Schreiben, durch das er seine rege Fantasie bereits zu Grundschulzeiten zum Ausdruck gebracht hat: „Schon als Kind habe ich Geschichten geschrieben, damals habe ich mir Abenteuer zu meinen Spielfiguren wie Indianern aber auch Schlümpfen ausgedacht. Später habe ich dann versucht, Gedanken und Eindrücke in Gedichten zu verarbeiten, was ich bis heute beibehalten habe." Für Pustelny begann damals alles mit dem Nachzeichnen der eigenen Lieblingsfiguren aus Fernsehen, Mangas und Comics, was über die Jahre zur Herausbildung ihres aktuellen Zeichenstils geführt hat.


Für die Zukunft haben Schmidt und Pustelny noch viel geplant. Schmidt arbeitet derzeit an der Fertigstellung seines ersten Fantasyromans – das Konzept für ein weiteres Buch liegt bereits in der Schublade. Gemeinsame weitere Bilderbuch-Projekte sind auch angedacht.
Pustelny ist derzeit dabei, ihre Ideen für das nächste Jahr zu organisieren, dabei unter anderem ein neues Abenteuer des kleinen Füchsleins. Aber auch einige Konzepte für Erwachsene sind dabei, zum Beispiel ein surreales Bilderbuch, welches durch die Träume eines Fuchses führt: „Die Zeichnungen sind unglaublich aufwendig und es erwies sich schon jetzt als schwierig, einen Autoren für diese Welt zu finden." Langweilig wird es, vor allem für Fuchs-Freunde, also nicht.
Angehenden Künstlern und Autoren und allen, die ihre ganz eigenen Ideen in sich tragen, rät Nicole Pustelny, die Dinge nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern entschlossen seinen Träumen zu folgen, dies aber auch nicht komplett allein zu machen: „Tu es! Suche Dir unterstützende Partner und geh deinen Weg."
Auch Leon Alexander Schmidt ist in dieser Hinsicht ein Pragmatiker: „Der einzige Rat, den ich geben möchte ist, einfach drauf los zu schreiben, wenn man eine gute Idee hat. Ich glaube, Schreiben oder auch Zeichnen sind Fähigkeiten, die man trainieren kann und muss und das geht am besten, wenn man einfach schreibt (oder zeichnet). Und man sollte Kritik ernst nehmen, sich aber davon nicht entmutigen lassen." Er betont aber auch, dass man sich sein ganzes Leben über weiter entwickelt, und auch diese Schritte im kreativen Schaffensprozess anerkennen sollte.


In jedem Menschen lebt eine Welt, voll von Fantasie und Zauber, und Dingen, die erzählt werden möchten.


Wir freuen uns, auch Deine Welt kennen zu lernen. Sende uns Deine Bewerbung unter: bewerbung@projekt-vielseitig.de


 


Tipps & Formelles findest Du hier:
http://www.projekt-vielseitig.de/bewerbungen-kuenstler/
http://www.projekt-vielseitig.de/bewerbungen-autoren/

Zum Buch geht's hier lang:
http://www.der-kuenstlershop.de/ein-tag-in-fuechsleins-garten.html
https://www.amazon.de/Ein-F%C3%BCchsleins-Garten-Nicole-Pustelny/dp/3945310024



Weitere Informationen zum Autorenduo:
http://www.projekt-vielseitig.de/nicole-pustelny/
https://www.amazon.de/Leon-Alexander-Schmidt/e/B01N1PDBT4/


 

Dieser Artikel stammt von Katarina Maline


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Kommentare

serenity-wing schrieb am 14.04.2017 um 11:44 Uhr

Vielen Dank für das ausführliche Interview. Es ist sehr spannend, im Backstage des Entstehungsprozesses zu „Ein Tag in Füchsleins Garten“ zu schauen. Denn ich wollte dieses Buch schon immer lesen. Dank des Interviews habe ich noch mehr Motivation bekommen, das Buch zu kaufen.

Schließlich bietet der Verlag Projekt Vielseitig wunderbare Literatur an. Ich finde, dieses Potenzial kann man noch ausbauen!

 

Serenity-Wing

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