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Interview mit Sadako-xD

Die Künstlerin Sadako-xD hat bereits mit ihrer zeichnerischen Umsetzung "Manga - Ein unterschätztes Medium?" bewiesen, dass es ihr an kreativen und guten Ideen nicht mangelt. Wir wollten wissen, wer steckt hinter der Cayow-Userin, was ist ihre Motivation und auf was für Projekte dürfen wir uns in der Zukunft noch freuen.


 


Hast du dich schon immer gerne künstlerisch betätigt? Was hat dich motiviert mit dem Zeichnen zu beginnen?
Absolut! Seit meiner frühsten Kindheit stand ich bereits im Kontakt mit Kunst.


Mit Wachsmalstiften und Farbe habe ich so schon das ein oder andere Mal meine Kindergärtner und Eltern nahe an den Rand des Wahnsinns getrieben.
So richtig intensiviert hat sich meine Passion aber erst, als ich in Kontakt mit Zeichentrickfilmen und später dann (mit etwa 13 Jahren) mit dem Anime kam, der für mich zu einem wahren Meilenstein werden sollte – „Naruto" von Masashi Kishimoto.


Ich liebte schon vorher die bewegten sequentiellen Bilder, aber dieses grandiose Werk vereinte für mich eine faszinierend fantasievolle Geschichte mit einer ausgesprochen spannenden Personenkonstellation, bei der ich mich insbesondere mit den Charakteren identifizieren konnte, die mir in meiner durchaus schwierigen Lebenssituation Motivation, Hoffnung und vor allem Vertrauen in mich selbst (wieder)gaben – oder wie es Naruto sagen würde „Ich werde niemals aufgeben, das ist mein Ninja-Weg!".


Und wie es nun einmal so ist, wenn man sich für eine Sache sehr interessiert - zumindest ist es bei mir immer so - dann habe ich auch das Bedürfnis, mich mehr über den Sachverhalt zu informieren, wodurch ich schlussendlich auf das Medium Manga aufmerksam geworden bin.


Gleichzeitig bin ich auch auf Leute gestoßen, die ihr Fandom auch künstlerisch auslebten und die Charaktere aus Naruto auf Papier zum Leben wiedererweckten.


Der Ehrgeiz packte mich und so begann auch ich, zunächst mehr schlecht als recht, meine Lieblingscharaktere zu zeichnen.


Mit 16 Jahren war ich dann schließlich so weit, dass ich mir das Ziel setzte, das Zeichnen später nicht nur als Hobby, sondern direkt als Beruf auszuüben und dafür übte ich ab diesem Zeitpunkt wesentlich intensiver bzw. tue es auch immer noch!


 


In deinem Cayow-Account stößt man auf zwei Selbstportraits von dir. Eins davon ist aktuell und das andere ist ein Bild, das du in der 5. Klasse gemalt hast. Deine Entwicklung ist wirklich beeindruckend. Was denkst Du heute, wenn Du Dir Deine alten Bilder noch einmal anschaust?


Vielen Dank, ich muss zugeben, ich versinke dann immer in einer enormen Flut von Nostalgie.


Bei mir ist es ja so, dass ich jedes Bild mit einem bestimmten Zeitpunkt, einer bestimmten Lebenssituation - eben einem gewissen Teil aus meinem Leben – verbinde.


Es ist schon erstaunlich, wozu das menschliche Gehirn fähig ist. Obwohl ich doch eher der Meinung bin, ein recht schäbiges Gedächtnis zu haben, so kann ich mich doch bei jedem gezeichneten Bild an jedes noch so kleine Detail von dem Zeitpunkt erinnern, an dem es entstanden ist.


In diesem Sinne, auch wenn meine früheren Bilder sicherlich keinen hohen künstlerischen Wert haben und ich sie deshalb oft auch mit einem Schmunzeln im Gesicht betrachte, so sind sie doch meine ganz eigene Art einer Biografie – ein Tagebuch meines Lebens bestehend aus eigens gezeichneten Bildern.


Und motivierend ist eine solche Handlung gleichermaßen. Ich kann es nur jedem Künstler bzw. werdenden Künstler empfehlen, sich seine Kunstwerke genau zu datieren, ordnungsgemäß aufzubewahren und in größeren Abstand zu betrachten!


Motivation ist das A und O beim Zeichnen bzw. bei der damit verbundenen Verbesserung und diese Methode hat sich für mich als überaus effizient erwiesen!


 


Wie würdest du deinen Stil beschreiben?


Wäre ich Schriftsteller, würde ich sagen als klassisch-romantisch.


So möchte ich in meinen Werken einerseits realistisch-harmonische, aber andererseits auch träumerisch-düstere Sachverhalte darstellen. Ich möchte den Menschen die Schönheit und die Möglichkeiten der Kunst aufzeigen, sie inspirieren und sie aber auch auf Missstände hinweisen und sie zum Denken anregen (wie bei meinem Bild „The Sphere of Life").


Allerdings experimentiere ich auch sehr gerne in verschiedenen Sparten der Kunst und zeichne sowohl digital als auch traditionell, wodurch ich ab und zu auch gerne etwas abstrakter werde.


Ich denke, dass Kunst allgemein wirklich eine enorme Macht besitzt. Durch sie können viele Ideen transportiert und Menschen geistig harmonisch vereint werden – vorausgesetzt natürlich, die Kunstwerke werden nicht propagandistisch missbraucht, was ja heute zum Glück aber eher selten noch der Fall ist.


Zusammenfassend würde ich also doch sagen, dass mein Stil eher realistisch gefärbt ist mit dezenten Nuancen des Abstrakten und Fantasievollen


 


Mangas sind eine in Deutschland leider noch nicht so weit verbreitete Kunstform. Dein für die Schule angefertigter Comic beschäftigt sich mit diesem Thema. Was reizt Dich an diesem Zeichenstil besonders?


Es sind eigentlich weniger die einzelnen Zeichnungen, die mich faszinieren, als vielmehr die Zeichnungen der Manga in ihrer Gesamtheit.


Denn durch die vielen sequentiellen Bilder entsteht für mich immer der Eindruck beim Lesen eines Manga, das die Geschichte wie ein Film vor meinem inneren Auge abläuft.


Und das Gute ist: man braucht weder ein Abspielmedium, noch Lautsprecher oder dergleichen, sondern nur den eigenen Kopf und den Manga.


Und doch bildet der Manga so viel mehr Raum für die eigene Fantasie, denn nicht alles was im Manga passiert, ist auch gezeichnet. So ist es z.B. das Unsichtbare bzw. die Spalten zwischen den Panelbegrenzungen, die das Sichtbare im Manga umso kostbarer machen.


Außerdem erfordert es, meiner Meinung nach, aber auch ein gewisses Maß an Kunstfertigkeit und Talent, die Realität so zu abstrahieren, dass dennoch menschliche und künstlerisch ansprechende Figuren bestehen, denn etwas anderes sind Manga-Zeichnungen nicht – eine abstrahierte Realität.


 


Wieso glaubst du kommt es dazu, dass der Manga hierzulande unterschätzt wird?


Wie ich es in meinem Werk beschrieben habe, so kann man eigentlich so gut wie jedes Vorurteil und damit die Unterschätzung diesen sagenhaften Mediums auf die darin enthaltenen abstrahierten und eher kindlich wirkenden Zeichnungen zurückführen.


Fälschlicherweise glauben dadurch viele Menschen, dass es sich bei den Manga ausschließlich nur um Kindergeschichten handelt, deren Inhalt weder künstlerisch wertvoll noch inhaltlich anspruchsvoll ist.


Doch dass dies absolut nicht der Wahrheit entspricht, habe ich vor allem in den letzten Seiten meines Manga versucht darzustellen.


 


Hast du Tipps, die Du Zeichenanfängern mit auf den Weg geben könntest? Was sollte Deiner Meinung nach jeder Einsteiger haben, um erfolgreich durchstarten zu können?


Egal ob man Mangaka werden möchte oder eher in eine andere Kunstrichtung tendiert: man sollte immer min. eine möglichst große Motivationsquelle besitzen und erhalten, damit man sich kontinuierlich verbessern kann!


So hilft das Betrachten älterer Kunstwerke, wie ich es bereits beschrieben habe oder, wenn man gerade am Anfang steht, auch das Betrachten anderer Werke, die vielleicht nicht so gut sind. So gemein es auch klingt, aber jeder fängt mal klein an und das sollte man sich auch immer wieder selbst durch derartige Nachforschungen bestätigen.


Natürlich gibt es noch viele weitere Motivationsquellen, es kommt eben nur darauf an, dass die daraus resultierende Motivation so hoch wie möglich ist.


Es verhält sich im Prinzip wie beim Beschwören eines Patronus in „Harry Potter", um das Ganze exemplarisch verständlich zu machen.


Ist die Motivation hoch bzw. man selbst extrem motiviert, kann man gezielt üben. Übt man viel, verbessert man sich beständig.


Dabei ist jedoch zu beachten, dass man immer genau das gezielt üben sollte, was man nicht zeichnen kann.


Kann man z.B. keine Hände zeichnen, dann sollte man keine Angst davor haben und anstatt es ja zu vermeiden diese filigranen Körperteile zu zeichnen, sollte man lieber genau mehrere Seiten voll mit Händen zeichnen!


Ich denke, nur wenn man seine eigenen Schwächen konkret analysiert und versucht sie zu verringern, kann man sich ernsthaft verbessern und diesen Fakt kann man nicht nur auf die Kunst, sondern auch auf alle anderen Lebensbereiche beziehen!


Ich hoffe, dass diese Anmerkungen dem Ein oder Anderen helfen.


Denkt immer daran: Habt keine Angst vor dem leeren Blatt Papier! Es beißt euch nicht und macht sich auch nicht über eventuelle Zeichenfehler lustig!


Das bzw. der Einzige, der euch beim Zeichnen behindern kann, seid ihr selbst!


Deshalb bleibt stets motiviert, übt fleißig und vor allem gezielt und ihr werdet sehen: ihr werdet euch verbessern ;)


 


Wer sind deine Vorbilder?


Im Prinzip jeder Mensch, der kreativ ist. Denn wenn ich andere Kunstwerke betrachte, kommt in mir immer sofort der Wunsch auf, selbst wieder aktiver zu werden.


Andererseits habe ich natürlich auch gewisse Persönlichkeiten im Kopf, die meinen Zeichenstil erheblich beeinflusst haben bzw. es auch noch tun.


So ist natürlich Masashi Kishimoto mit seinem Meisterwerk „Naruto" ein großes Vorbild für mich. Aber auch andere Mangaka wie Takeshi Obata (ebenfalls in Kombination mit dem Schriftsteller-Genie Tsugumi Ohba und das Final-Fantasy-Wunder Tetsuya Nomura zähle ich zu meinen Inspirationsquellen.


Andererseits präferiere ich gerade in letzter Zeit aber auch realistischere und vor allem düstere Kunst, wodurch ich gerade Victoria Frances schon lange zu meinen Lieblingen zähle.


Des Weiteren möchte ich an dieser Stelle aber auch Johannes Voß und Jana Schirmer nennen, die mir immer noch sehr große Vorbilder in digitaler Kunst sind, sowie einige herausragende Genies wie Josh Nizzi, Michael Kutsche, Kuang Hong, Alexandr Pascenko, Alex Negrea, Brad Rigney, Mike Shinoda, David Desbois, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Daisy van den Berg, Sharon Buch, Joongwon Charles Jeong, Nicolien Beerens, Katharina Brand, Andree Wallin, Marek Okon und viele mehr!


 


Wir sind darauf gestoßen, dass du nicht nur zeichnest, sondern auch mit einem Let's Play begonnen hast. Wie kam es dazu?


(lacht) Ja das ist korrekt.


Nun, ich war schon immer ein absoluter Videospiel-Freak, anders kann man es nicht sagen.


Mit Pokemon hat es begonnen, dann ging es weiter mit Alarmstufe Rot 2, über Crysis und Medal of Honor, bis hin zu einem kleinen Indie-Game namens Slender.


Ich hatte zuvor schon viele Let's Plays gesehen (bevorzugt von Gronkh und Sarazar) und wollte eigentlich seit ich diese das erste Mal gesehen hatte (ca. 2010) immer schon mal ein eigenes Let's Play starten.


Allerdings war ich bis dato noch nicht im Besitz eines qualitativ hochwertigen Laptops, was sich dann Weihnachten 2012 glücklicherweise änderte und ich hatte, zugegebenermaßen, auch etwas Angst.


Ich habe schon immer gerne viel geredet und herumgealbert, aber das ist dann schon eine Nummer größer.


Nach dem ersten Versuch mit Slender bin ich aber zuversichtlich, dass ich auch in Zukunft ein paar weitere Videos aufnehmen werde, denn es hat jede Menge Spaß gemacht.


 


Woher nimmst du sonst deine Inspiration für neue Arbeiten?


Ich bin eigentlich permanent von Inspirationsquellen umgeben. Ich schaue viele Filme, spiele viele Videospiele, höre rund um die Uhr Musik, lese sehr gerne, betrachte die Werke anderer Künstler und versuche mich auch sonst, was das Weltgeschehen anbelangt, auf dem neusten Stand zu halten.


So sammle ich viele Eindrücke aus den unterschiedlichsten Bereichen und meistens kommt mir dann eine Idee zu einem Bild oder Kunstwerk allgemein ganz spontan.


Leider meistens sogar etwas zu spontan, wenn ich eigentlich gar keine Zeit zum Zeichnen habe. Aber dieses Problem habe ich so gelöst, dass ich immer ein Skizzenbuch bzw. einen Notizblock mit mir führe, worin ich, wenn mir eben spontane Ideen kommen, diese für die Umsetzung an einem späteren Zeitpunkt festhalten kann.


So bleibe ich im Prinzip immer kreativ: Wenn ich keine Ideen habe, übe ich gezielt meine Schwächen, wenn ich eine Idee habe, setze ich sie gleich um oder halte sie für später schriftlich fest.


 


Auf welche Projekte von Dir dürfen wir uns in Zukunft freuen?


Da ist schon so einiges geplant!


Wenn ich (hoffentlich) bald mit meinem Abitur fertig bin, werde ich mich richtig ins' Zeug legen.


Natürlich werden bereits bestehende Projekte (Pokedex-Projekt, Selbstporträt-Projekt, Let's Plays etc.) weiter fortgeführt, aber ich habe auch schon zahlreiche Ideen für Neues!


So werde ich auf jeden Fall die bereits aufgeführten Kategorien auf meinem Blog (Let's Watch, Let's Read, Let's Make Music, etc.) verstärkt in Angriff nehmen, Auftragsarbeiten anfertigen, meine Studienbewerbungsarbeiten erstellen und auch neue Projekte ins Leben rufen – ihr könnt auf jeden Fall gespannt sein.


 


Die Fragen stellte Nina Neumann


 


Den Wissensschatz Artikel zu Sadakos Projekt findest du hier:
http://www.cayow.de/wissensschatz/manga-ein-unterschaetzte

Dieser Artikel stammt von Sadako-xD


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Kommentare

Sadako-xD schrieb am 14.05.2013 um 10:50 Uhr

Vielen herzlichen Dank, liebes Cayow-Team, dass ihr mir diese Ausdrucks-Möglichkeit gegeben habt smiley-smile.png) <3

*Geteilt* smiley-wink.png
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